Mastitis
Mastitis ist nach wie vor die Hauptursache wirtschaftlicher Verluste in Milchviehbetrieben — und meist verläuft sie subklinisch, unsichtbar, bis gemessen wird.
Demnächst in HerdLine
HerdLine wird das Milchspektrum jeder Kuh in Echtzeit analysieren und warnen, wenn sie in die subklinische Phase der Mastitis eintritt — damit die Behandlung früher beginnt, weniger kostet und das Tierwohl steigt.
Mastitis ist eine Entzündung der Milchdrüse. Sie ist meist bakteriell bedingt, wobei auch Verletzungen und Umweltbedingungen eine Rolle spielen. Sie ist nach wie vor die Hauptursache wirtschaftlicher Verluste in Milchviehbetrieben.
Bakterien dringen über den Strichkanal ein und setzen Toxine frei, die das milchbildende Gewebe schädigen und Milchmenge und -qualität verringern. Mastitis kann in jedem Laktationsstadium auftreten, am häufigsten jedoch bei Frischmelkern und in der Spätlaktation.
Ursachen
Die meisten Fälle gehen auf schlechte Umweltbedingungen, eigene Gesundheitsprobleme des Tieres oder Lücken im Herdenmanagement zurück: Hygiene von Melktechnik und Stall, eine unvollständige Ration, gynäkologische Erkrankungen und Verletzungen. Vorbeugung muss den ganzen Betrieb umfassen, nicht nur die Behandlung.
Symptome und Formen
Klinische Mastitis
- Verdickte, verlängerte Zitzen an einem oder mehreren Vierteln; das betroffene Viertel ist geschwollen, gerötet, warm und schmerzhaft.
- Die Kühe bewegen sich weniger, gehen vorsichtig, lahmen unter Umständen oder schlagen nach dem Euter.
- Kranke Kühe wirken matt, verlieren Gewicht, haben Fieber und können verkalben.
- Die ersten Milchstrahlen können Schleim, Gerinnsel, Flocken oder Blut enthalten, und die Farbe verändert sich.
- Laboruntersuchungen zeigen eine hohe Zellzahl, veränderte Milchinhaltsstoffe und eine veränderte elektrische Leitfähigkeit.
Subklinische Mastitis
Die Milch sieht normal aus, und es gibt keine sichtbaren Anzeichen — nur Veränderungen der Milchzusammensetzung verraten sie: höhere Zellzahl, veränderte Leitfähigkeit und weniger Laktose. Die Milchinhaltsstoffe sinken um 5–15 %.
Die Milch sollte mindestens monatlich untersucht werden, 10–14 Tage vor dem Trockenstellen und 8–10 Tage nach der Kalbung. Inline-„Minilabore“ in der Melkleitung liefern sofortige Ergebnisse und machen Probenahmen überflüssig.
Was es kostet
- Mastitis ist der zweithäufigste Abgangsgrund.
- Bei 100.000 Zellen/ml sinkt die Tagesleistung eines Viertels um 25–35 % und die Leistung über die gesamte Laktation um 10–15 %.
- Subklinische Mastitis ist die häufigste Form und kann bis zu 70 % der Verluste ausmachen — eine frühe Erkennung ist entscheidend.
So wird sie erkannt
Zellzahl
Eine Zellzahl über 200.000 Zellen/ml weist auf Mastitis hin. Laboruntersuchungen sind langsam; Tests auf dem Betrieb wie der California-Mastitis-Test erfordern Einzeltests, Arbeitszeit und erfahrenes Personal; automatisierte Systeme sparen Arbeit, benötigen aber Reagenzien und Wartung.
Mit Brolis HerdLine
Der Inline-Analysator misst Fett, Eiweiß und Laktose und verfolgt bei jedem Melken spektrale Veränderungen in der Milch jeder Kuh. HerdLine nutzt diese Daten für Frühwarnungen bei Gesundheitsstörungen. Die Mastitiserkennung ist in Kürze verfügbar.
Behandlung
Ein Tierarzt wählt die Behandlung nach Schweregrad und Erreger. Subklinische Fälle erfordern unter Umständen nur eine einfache Behandlung; klinische Fälle meist Antibiotika, Entzündungshemmer oder andere Präparate. Eine Behandlung in der Trockenstehzeit ist um ein Vielfaches wirksamer als während der Laktation.
- Das Tier untersuchen und den Erreger bestimmen, bevor ein Medikament gewählt wird; die Auswahl auf ein Antibiogramm stützen.
- Die Behandlung nicht vorzeitig abbrechen, wenn sich das Tier bessert, und das Präparat nicht abrupt wechseln.
- Die Merzung von Kühen in Betracht ziehen, die nicht geheilt werden können, stark geschädigte Viertel haben, sich nach der Behandlung in der Trockenstehzeit nicht erholt haben oder dreimal in einer Laktation an klinischer Mastitis erkrankt sind.
Vorbeugung
- Kühe, Einstreu, Böden, Melkmaschinen und die Hände der Melker sauber halten.
- Den Stall gut belüften und Zugluft vermeiden, die das Euter auskühlt und seine Abwehr schwächt.
- Liegeflächen trocken, sauber und desinfiziert halten, Überbelegung vermeiden und jedem Tier einen Liegeplatz bieten.
- Hochwertige, vollständige Rationen füttern.
- Vor dem Ansetzen des Melkzeugs prüfen, ob die Zitzen gesund, sauber und trocken sind; vor und nach dem Melken desinfizieren.
- Haben mehr als 5 % der Tiere verschmutzte Euter, Zitzen oder Klauen, sind die Umweltbedingungen schlecht.
